Gemeinschaftliches Wohnen

Auch für Menschen mit Einschränkungen

Villa Emma wurde von einer bürgerschaftlichen Initiative als inklusives Wohnprojekt in Bonn-Beuel, Vilich-Müldorf verwirklicht. Ziel war es, Wohnraum für alte und junge Menschen mit und ohne Unterstützungsbedarf zu schaffen und damit eine Alternative zur Heimunterbringung anbieten zu können.

Die BewohnerInnen der Villa Emma im Sommer 2018

Zur Realisierung dieses Ziels wurde als erstes von engagierten Nachbarn – die in der Mehrzahl Mitglieder und BewohnerInnen der Amaryllis eG waren – und der Architektin, die Villa Emma Wohngenossenschaft gegründet.

Nach Sicherstellung der Finanzierung wurde auf einem Baugrundstück im Wohnpark I (das ist ein städtebauliches Entwicklungsprojekt) in Bonn Vilich-Müldorf wurde 2010 ein barrierefreies und behindertengerechtes Haus mit 12 Wohneinheiten in ökologisch-nachhaltiger Bauweise errichtet. Die Wohnungen umfassen 38m² bis 77m² und sind zum Teil frei finanziert (7) und zum Teil (5) mit Mitteln aus dem sozialen Wohnungsbau gefördert. Für letztere ist ein Wohnberechtigungsschein I der Stadt Bonn erforderlich.

Rohbau im Juli 2011

Die Wohnungen stehen Menschen unabhängig von ihrem Alter, ihrer Erkrankung, ihrer Behinderung oder ihrem Einkommen zur Verfügung. Die Mehrzahl der BewohnerInnen stammen aus dem Quartier, der näheren Umgebung oder haben enge Beziehungen dorthin.

Die BewohnerInnen der Villa Emma eG beauftragen bei Bedarf einen kooperierenden ambulanten Pflegedienst, der Leistungen der Grund- und Behandlungspflege anbietet sowie auch andere Dienstleister zur Alltagsunterstützung. Es steht ein großer Gemeinschaftsraum mit Küche und Vorrats-/ Abstellraum zur Verfügung. Im geräumigen Keller befinden sich neben der Holzpelletts-Heizungsanlage, zwei Werkräume, ein gemeinsam genutzter Waschmaschinen- und Trocknerraum und die Abstellräume der BewohnerInnen.

Eine wichtige Voraussetzung zum Wohnen in der Villa Emma ist die Bereitschaft der BewohnerInnen, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten auch gegenseitig behilflich zu sein und Interesse an der Gemeinschaft zu entwickeln.

Nachbarn und Angehörige

Darüberhinaus bilden Angehörige, Nachbarschaft und weitere, nicht in der Villa Emma wohnende Menschen einen wichtigen und großen Unterstützerkreis.

Einmal jährlich treffen sich UnterstützerInnen und BewohnerInnen

Dies zeigt sich in vielfältiger Weise:

  • Von Montag bis Freitag kocht ein Team von etwa 15 KöchInnen in Villa Emma für BewohnerInnen und einige Menschen aus der umliegenden Nachbarschaft ein frisches Mittagessen, dass gemeinsam im Gemeinschaftsraum eingenommen wird
  • Betreuung und Pflege der technischen Einrichtungen im Haus einschließlich Heizung und Ausützungführung kleinerer Reparaturen
  • Gestaltung und Pflege des Gartens
  • Angebot von einmaligen und wiederkehrenden gemeinschaftlichen Aktivitäten im kreativen und handwerklichen Bereich (auch für NachbarInnen)
  • Bei Bedarf individuelle Beratung und Unterstützung in persönlichen Angelegenheiten

Wir haben uns dafür entschieden, die Villa Emma in der Rechtsform einer Genossenschaft zu realisieren, da diese mittlerweile auch für kleine Gruppen eine gute Alternative bietet und der starke Einbezug der Nachbarschaft gut unterzubringen ist.

Hier erfahren Sie mehr über die Rechtsform einer Genossenschaft und wie wir diese im Fall von Villa Emma ausgestaltet haben >>>mehr

Die erste Mitgliederversammlung der Villa Emma eG im Jahr 2010

Das Konzept der Villa Emma wurde von einem Projektentwicklungsteam bestehend aus Silke Gross (Sozialarbeiterin), Gerd Hönscheid-Gross (Betriebswirt) und Wolfgang Kiehle (Berater für gemeinschaftliche Wohnprojekte ie>>>Wohnbundberatung NRW, Birgit Siebenmorgen und Bodo Frömgen-Siebenmorgen (beide >>>Architekturbüro Alte Windkunst) im Laufe der Jahre 2009/2010 entwickelt.

Amaryllis eG als Wegbereiter

Amaryllis eG im Sommer

Die Mehrgenerationen-Wohngenossenschaft Amaryllis liegt nur ca. 300m vom Standort der Villa Emma entfernt. Obwohl die Villa Emma eine eigene Genossenschaft ist und unabhängig von der Amaryllis eG entwickelt wurde, gibt es doch viele inhaltliche Verbindungen. Villa Emma kann als konzeptionelle Ergänzung des Ansatzes von Amaryllis betrachtet werden: während beiden Wohnprojekten der Mehrgenerationengedanke, die gegenseitige Hilfe und die Gemeinschaft wichtig ist, steht bei Villa Emma der Verbleib im Wohngebiet auch bei höherem Pflege- und Unterstützungsbedarf im Vordergrund.

Mehr zur Mehrgenerationen-Wohngenossenschaft Amaryllis erfahren Sie >>>hier.